Bremen RauchfreiIch bin dabei
An die, die jetzt eine drehen

Du rauchst gerne? Wir sind nicht gegen dich.

Diese Initiative ist keine moralische Veranstaltung. Niemand schreibt dir vor, ob du rauchst, was du rauchst oder wie viel. Es geht um eine Ausnahmeregel von 2007, die Beschäftigten in Bremer Kneipen ihren Arbeitsschutz vorenthält. Und es geht darum, dass Rauchen für die nächste Generation weniger selbstverständlich wirkt. Mehr nicht.

Freisitz frei
Außenbereich bleibt zum Rauchen offen
≈3.300
Tote durch Passivrauch in Deutschland pro Jahr
weniger Start
Sichtbarkeit runter, Jugend-Einstieg runter (DKFZ)

Es geht nicht um dich, es geht um die Person hinter der Theke.

In Bremen gibt es eine Ausnahme: in Einraumkneipen unter 75 m² ohne zubereitete Speisen darf geraucht werden. Wer dort arbeitet, atmet acht Stunden mit. Studien des DKFZ schätzen, dass bundesweit etwa 3.300 Nichtraucher jährlich an den Folgen von Passivrauch sterben. Der Großteil der Belastung in der Gastronomie trifft die, die nicht selbst entschieden haben zu rauchen, sondern den Job angenommen haben.

In einem Großraumbüro wäre das undenkbar. In der Eckkneipe ist es seit 18 Jahren Alltag.

Freisitz bleibt Freisitz, auch im Sommer.

Das Bremische Nichtraucherschutzgesetz regelt „vollständig oder weitgehend umschlossene Räume“. Terrasse, Hinterhof, Bürgersteig vor der Kneipe: zählen nicht dazu. Heißt: das Bier draußen, die Zigarette dazu, läuft weiter. Im Sommer ist das ohnehin der Bereich, in dem sich der halbe Abend abspielt.

Und im Winter ist eine Zigarette draußen kein Drama. Frag in München, wo das seit 2010 so läuft.

Warum Jugendliche mitgemeint sind.

Du und ich rauchen oder rauchen eben nicht, das ist eine erwachsene Entscheidung. Eine 16-Jährige steht da anders. Das DKFZ schreibt seit Jahren: wenn Rauchen im Alltag weniger sichtbar ist, normalisiert es sich weniger. Zwischen 2007 und 2009, als bundesweit Schutzgesetze kamen, sind die Raucherquoten bei Jugendlichen messbar zurückgegangen.

Das ist nicht hauptsächlich der Stempel auf der Schachtel. Es ist die Summe der Orte, an denen Rauchen einfach nicht mehr dazugehört. Eine Kneipe, in der niemand drinnen pafft, ist ein Baustein davon.

Und ehrlich: rauchfreie Kneipen sind auch für Rauchende besser.

Wer raucht, kennt das. In der Raucherkneipe wird es zwanghaft. Eine nach der anderen, weil die Luft eh schon voll ist. Am nächsten Morgen ist man fertig, alles stinkt, im Hals kratzt es. Drinnen rauchfrei heißt: die Zigarette ist wieder eine Pause, draußen, bewusst, statt Dauerzustand am Tisch.

Das Eisen, das Fehrfeld, beide rauchfrei und voll. Es geht auch anders.

Was wir konkret wollen.

Die Volksinitiative will eine Sache erreichen: die Ausnahme für Einraumkneipen aus dem Bremischen Nichtraucherschutzgesetz streichen. Damit gilt drinnen das, was draußen seit 2007 längst gilt, und es gelten für alle Bremer Kneipen die gleichen Regeln. Kein Außenrauchverbot. Kein Verbot zu Hause. Keine Strafanzeigen für Raucher. Nur eine ehrliche Antwort auf eine Lücke, die seit 18 Jahren offen ist.

Häufige Fragen

Was wir oft gefragt werden.

Du darfst draußen rauchen, also Freisitz, Terrasse, vor der Tür. Das Bremische Nichtraucherschutzgesetz regelt nur Innenräume. Im Sommer ist der Außenbereich oft sowieso die Hauptbühne. Im Winter ist es eine Pause an der frischen Luft, mehr nicht.

Sei dabei, wenn wir starten.

Trag dich ein, wir melden uns, sobald die Unterschriftensammlung losgeht. Und wenn du willst: hilf mit, das Bündnis zu wachsen.

Ist das ein Verbot? Nein. Rauchen bleibt erlaubt, draußen und zu Hause. Wir wollen nur, dass Beschäftigte nicht unfreiwillig mitrauchen müssen.

Stirbt die Kneipenkultur? In Bayern und NRW nicht — beide rauchfrei seit 2010 bzw. 2013, kein Kneipensterben.