Bremen RauchfreiIch bin dabei
An die, die jeden Tag aufschließen

Du hast eine Kneipe in Bremen? Wir sind nicht gegen dich.

Das hier ist keine Initiative gegen einzelne Wirte oder einzelne Häuser. Es geht darum, dass für alle die gleichen Regeln gelten. Heute steht eine Kneipe, die freiwillig rauchfrei aufmacht, allein da. Wer raucht, geht zwei Straßen weiter. Das wollen wir ändern.

≈75 m²
aktuelle Bremer Ausnahme für Einraumkneipen
2010
Bayern führt Vollverbot ein, kein Kneipenkollaps
0 €
bauliche Auflagen, wenn Freisitz bleibt

Du bist nicht das Problem. Die Ausnahmeregel ist es.

Das Bremische Nichtraucherschutzgesetz von 2007 erlaubt Rauchen in Einraumkneipen unter 75 m², ohne zubereitete Speisen, ab 18. Das war 2007 ein Kompromiss. Heute ist es ein Wettbewerbsnachteil für jede Kneipe, die ihre Angestellten oder Gäste schützen will. Wer rauchfrei aufmacht, verliert Stammkundschaft an die Kneipe gegenüber. Wer Rauchen erlaubt, verliert die wachsende Mehrheit der Nichtrauchenden, die einfach nicht mehr kommt.

Beides ist Mist. Lösbar ist das nur, wenn die Regel für alle gleich ist.

Freisitz bleibt Freisitz.

Wichtig, weil es immer wieder durcheinandergerät: Das Gesetz regelt Innenräume. „Vollständig oder weitgehend umschlossene Räume“ steht im Bremischen Nichtraucherschutzgesetz. Terrasse, Hinterhof, Bürgersteig vor der Tür: weiter offen für Rauchende. Im Sommer ist das ohnehin der Bereich, in dem die Hälfte der Gäste sitzt.

Was du brauchst: einen Aschenbecher vor der Tür. Vielleicht eine Decke oder zwei für den Februar. Das ist alles.

Arbeitsschutz für deine Leute, nicht gegen sie.

In jeder Werkstatt, jedem Büro, jeder Bäckerei in Bremen ist Rauchen am Arbeitsplatz seit Jahren tabu. Die Einraumkneipe ist die letzte Ausnahme. Nicht weil das so gut funktioniert, sondern weil es 2007 politisch nicht weiterging.

Wenn deine Angestellten selbst rauchen, ändert sich für sie wenig: sie rauchen in der Pause, draußen, so wie eine Bürokollegin auch. Was sich ändert: niemand muss eine ganze Schicht in einer Wolke arbeiten, die in jeder anderen Branche längst verboten wäre.

Was Bayern wirklich gezeigt hat.

Volksentscheid 2010, Vollverbot ohne Ausnahmen. Die Interessenverbände der Wirte haben damals einen Umsatzrückgang gemeldet, vor allem in reinen Trinkkneipen. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat im ersten Dreivierteljahr 2011 gleichzeitig einen nominalen Umsatzanstieg von rund 5 Prozent im Gastgewerbe gemessen. Beides stimmt. Die getränkelastigen Eckkneipen hatten kurzfristig Anpassungen, der Rest kam schnell wieder ins Gleichgewicht.

Heute, fünfzehn Jahre später, ist niemand mehr in der bayerischen Politik, der das Gesetz zurückdrehen will. Das Vollverbot ist so selbstverständlich wie die Gurtpflicht im Auto.

Die Gäste von morgen rauchen weniger.

Anfang der 2000er rauchte fast jeder zweite junge Erwachsene in Deutschland. Heute liegt die Quote bei den 18- bis 24-Jährigen unter 20 Prozent, wie die DEBRA-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt, die seit 2016 halbjährlich erhoben wird.

Das sind die Menschen, die gerade anfangen, abends auszugehen. Wer sein Lokal darauf ausrichtet, dass Rauchen drinnen normal ist, baut auf eine Kundschaft, die kleiner wird. Wer rauchfrei aufmacht, hat bei dieser Gruppe keinen Erklärungsbedarf.

Reden wir.

Wenn du eine Kneipe in Bremen führst und ehrlich findest, dass eine einheitliche Regel besser wäre als das jetzige Gegeneinander, sag uns Bescheid. Wir suchen keine Galionsfigur. Wir suchen Wirtinnen und Wirte, die offen sagen: „Wäre mir lieber, wenn das für alle gilt.“ Diese eine Aussage hilft gegenüber DEHOGA und Politik mehr als zehn Petitionen.

Schreib uns: moin@bremen-rauchfrei.de. Vertraulich, wenn du das möchtest.

Was wir oft gefragt werden

Fragen aus der Branche.

Nein. Das Bremische Nichtraucherschutzgesetz gilt nur für „vollständig oder weitgehend umschlossene Räume“. Freisitz, Terrasse, der Bereich vor der Tür: bleibt zum Rauchen offen. Genau wie heute in Bayern oder NRW. Im Sommer ist der Außenbereich oft sowieso der schönste Platz.

Sei dabei, wenn wir starten.

Trag dich ein, wir melden uns, sobald die Unterschriftensammlung losgeht. Und wenn du willst: hilf mit, das Bündnis zu wachsen.

Ist das ein Verbot? Nein. Rauchen bleibt erlaubt, draußen und zu Hause. Wir wollen nur, dass Beschäftigte nicht unfreiwillig mitrauchen müssen.

Stirbt die Kneipenkultur? In Bayern und NRW nicht — beide rauchfrei seit 2010 bzw. 2013, kein Kneipensterben.